Maigesellschaft Schevenhütte 1979

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Die Geschichte...

... der Maigesellschaft ist eine Geschichte voller Unterbrechungen.
Die Tradition des Maibrauchtums in Schevenhütte geht bis in die Anfänge unseres Jahrhunderts zurück. Seit dem 2. Weltkrieg haben in den Jahren 1946 -1953, 1955 -1957 und 1972 -1973 Versteigerungen und Maibälle stattgefunden, die von den damaligen Maigesellschaften organisiert wurden. Aber auch in den Jahren dazwischen wurde von der Dorfjugend stets ein Maibaum im Ort aufgestellt. Die Maigesellschaft in ihrer jetzigen Form wurde 1979 gegründet, um das Maibrauchtum in Schevenhütte neu zu beleben. Der erste Maiball dieser Gesellschaft fand im Jahre 1981 statt. In den folgenden Jahren wurden dann zusätzlich regelmäßige Versteigerungen abgehalten.

 

Die Vereinsstruktur

Die Maigesellschaft ist kein eingetragener Verein, weist ansonsten aber die üblichen Vereinsstrukturen auf, das heißt es gibt Mitglieder, einen Vorsitzenden, sowie Stellvertreter, einen Geschäftsführer, einen Kassenführer, einen Material- und einen Getränkewart. Versammlungen finden regelmäßig reihum in der örtlichen Gastronomie statt. Jedes Jahr nach Beendigung der Maisession wird der Vorstand unter Berücksichtigung seiner Leistungen von den Mitgliedern neu gewählt. Da die Maigesellschaft kein eingetragener Verein mit festgeschriebener Satzung ist werden die traditionellen Regeln als Gewohnheitsrecht von den Mitgliedern anerkannt. Die Mitgliedschaft in der Maigesellschaft ist nicht ortsgebunden, daß heißt auch Auswärtige können Mitglied der Maigesellschaft Schevenhütte werden, einzige Voraussetzungen: sie müssen männlich, ledig und mindestens 16 Jahre alt sein (Heiratsirrtümer, die durch Scheidung korrigiert wurden, werden von der Maigesellschaft verziehen).

 

Die Versteigerung der Maibräute

Im März findet die Versteigerung der Maibräute statt. Versteigert werden alle Mädchen aus Schevenhütte, vorausgesetzt sie sind schon 16 und noch ledig.
Die Versteigerung vollzieht sich nach amerikanischen Regeln, daß heißt der Ersteigerer zahlt nur die Differenz zum vorherigen Gebot und nicht die Gesamtsumme. Dies ermöglicht jedem Burschen auch mit geringen finanziellen Mitteln die Braut seines Herzens zu ersteigern. Maikönigin ist am Ende des Abends das Mädel mit dem höchsten Gebot, Maikönig ist derjenige, der dieses Gebot ausgesprochen hat.
Die Versteigerung ist die Einstimmung in die Maisession. Mit Kleingeld in den verschiedensten Behältnissen bestückte Burschen überlassen nie kampflos eine Braut einem Nebenbuhler. Die Stimmung ist ausgelassen und geräuschvoll. Ansonsten beendet die Versteigerung alle Spekulationen über das begehrteste Mädel im Dorf und über den Burschen der dieses Jahr den Thron besteigen und alle Bürden und Königsrunden auf sich nehmen möchte.

 

Das Bömmelbinden

An einem Nachmittag im April wird der traditionelle Maibaumschmuck, die Bömmel aus buntem Kreppapier von der Dorfjugend für den Dorfbaum gebunden. (Anm.: Die Redaktion weigert sich vehemend, Kreppapier mit 4 "p" zu schreiben)

 

Der Maibaum

Am Abend des 30. Aprils wird jährlich der Maibaum, der vom Maikönig mit einer Handsäge in den umliegenden Wäldern gefällt wurde, an der Arnoldus-Klause (Nideggener Straße/ Ecke Backofen) aufgestellt, wo ein Ständer fest installiert ist. Als Maibaum wird traditionsgemäß eine stattliche Birke ausgewählt. Diese Birke symbolisiert mit ihren frühen Trieben das Erwachen der Natur und somit den Frühling. Zitat Mailied: "Nur einmal blüht im Jahr der Mai, nur einmal im Leben die Liebe."

 

Die Mainacht

Nach dem Aufstellen des Dorfbaumes wird jeder Dorfkneipe von der Maigesellschaft ein Maibaum gesetzt. Dabei wird seit jeher "Der Mai ist gekommen" und sonstiges traditionelles Liedgut gesungen. Dabei werden die Stimmen der Maiburschen durch Freibier des Wirtes geölt. (Ein Livemitschnitt dieser Tour wurde 1998 in limitierter Auflage unter dem Titel:" Die Burschen feat. Rolf Kaul: Op Kneipentour 98" auf CD gepreßt.) Nach diesem Besuch der Kneipen (7 in ca. einer Stunde) trifft man sich bei der amtierenden Maikönigin. Dort wird der Königinnenbaum aufgestellt, der traditionsgemäß kleiner als der Dorfbaum, jedoch prachtvoller als die Privatbäume der einzelnen Maimädels ist. Auch hier gibt es anschließend etwas zu trinken und ein paar Häppchen zu essen.
Danach findet am Dorfmaibaum ein "gemütliches Beisammensein" bei Lagerfeuer statt, welches sich bis in die frühen Morgenstunden hinzieht. Außerdem streifen die Maijungs während der Nacht durch den Ort, um fahrlässig ungesicherte Gegenstände wie z. B. Gartenmöbel oder ähnliches einzusammeln. Diese Gegenstände können am nächsten Morgen vom Eigentümer wieder am Dorfbaum abgeholt werden (Auslöse, in der Regel: Kasten Bier).
Die Mainacht ist auch eine Nacht der Scherze. Dörfliche Aktualitäten und Geschehnisse werden liebevoll auf die Schippe genommen. So wurde auch diese Internetseite schon vor ihrem Erscheinen in der 97er Mainacht visionär persifliert.
Während all dieser Aktivitäten wird den Maibräuten von ihrem Angebeteten ein Maibaum gesetzt. Auswärtige, die einer Schevenhüttnerin einen Maibaum setzen wollen, müssen entweder einen Kasten Bier (vorzugsweise Bitburger) oder den Gegenwert (Zwanni) an den Maiburschen abtreten, der das Maimädel ersteigert hat. Dies erfordert die obligatorischen Straßensperren am Ortseingang, die ansonsten auch DIE Schande (Gott behüte) einer jeden Maigesellschaft, das Fällen des Dorfbaumes in der Mainacht von Auswärtigen verhindern soll. Hier hat unser Bollwerk am sogenannten St. Jonas-Platz, benannt nach unserem Schutzheiligen und Anführer des "Straßenkampfes", bis dato ganze Arbeit geleistet .

 

Der Maiball

Der Maiball findet immer am zweiten Samstag im Mai im Festzelt auf dem Feuerwehrplatz statt.
Am Nachmittag gegen 16.00 Uhr trifft sich das Gefolge des Maikönigspaares zu einem Imbiß in der Residenz der Maikönigin. Anschließend begibt sich das Maikönigspaar samt Gefolge zur Messe in die Kirche.
Zünftige Blasmusik, sowie diverse Ortsvereine (u. a. Feuerwehr, BIS, CG Schevenhütte , Pfadfinder, Kindergartenkinder aus Schevenhütte sowie Ehemalige, die durch Heirat zwangsweise aus der Maigesellschaft ausgeschieden sind, usw.) begleiten das Maikönigspaar in einer geschmückten Kutsche und das Gefolge durch das Dorf bis zum Festzelt.
Höhepunkt des Abends sind die Ansprache des Maikönigs, der Königswalzer sowie eine Tombola (traditionell dritter Preis: eine von einem Maiburschen selbstgezimmerte Gartenbank).
Die Mädchentanzgruppe der Carnevals - Gesellschaft Schevenhütte 1882 e.V. (eine Ansammlung potentieller Maiköniginnen) tritt erstmalig 1998 auf.
Ansonsten bestimmen Spaß und Tanz den Abend, schließlich ist es das größte Fest im Dorf. Auch die Maiburschen sind ausgelassen, denn hier finden sie ihre alljährliche Bestätigung, daß all ihre organisatorischen Mühen sich wieder einmal gelohnt haben.

 

Das Maibaumabbrechen

Am Samstag nach dem 30. Mai wird der Dorfbaum abgebrochen. Anschließend wird dieser in handliche Stücke gesägt und als Brennholz an die Dorfbevölkerung, die sich bereitwillig zu Bier und Gegrilltem eingefunden hat, versteigert.

 

Die Maikönigspaare:


1946-1953:

1946 Peter Wirtz - Gertrude Gülden 1947 Hermann Keischgen - Gerta Stiel 1948 Heinz Schoenen - Agnes Neffgen 1949 Heinrich Lange - Marianne Houben 1950 Karl Houben - Christel Averdung 1951 Walter Wirtz - Erika Helmann 1952 Peter Kruff - Anneliese Wittmann 1953 Willi Haas - Marga Gottfried

1955-1957:

1955 Rolf Kaul - Agnes Jungbluth 1956 Jacques Sauer - Marianne Dunkel 1957 Willi Vitzer - Gerda Kirchhoff

1973:

1973 Ulrich Schiefer - Ruth Wentzler

1981-2006:

1982 Burkhard Priese - Beate Wirtz 1983 Roland Decker - Beate Wirtz 1984 Johannes Brandt - Heike Göbbels 1985 Eckhard Prost - Carmen Wagner 1986 Michael Huth - Michaela Aderhold 1987 Ernst Boßer - Heike Galla 1988 Alexander Prost - Doris Wirtz 1989 Olaf Voss - Isabelle Prost 1990 Guido Kaul - Birgit Heidbüchel 1991 Gero Busch - Lydia Kaul 1992 Günter Mathar - Birgit Spieß 1993 Thomas Kaul - Andrea Kaulen 1994 James Phillip Penfold Neville - Lydia Kaul 1995 Markus Stolz - Julia Krüger 1996 Marc Strauch - Patricia Pyrlik 1997 Heiko Schmidt - Verena Wolff 1998 Marcus Wojak - Roseanne Bednarz 1999 Lars Krüger - Petra Wojak 2000 Thomas Kaul - Barbara Wolff 2001 Andreas Wolff - Marion Lichtenthäler 2002 Patrick Schuster - Angela Pastor 2003 Thorsten Ingermann - Christine de Fries 2004 Miroslav Cale - Nathalie Jansen 2005 Mark Müller - Katharina Averdung 2006 Phillip Delsemmé - Michaela Wolff 2007 vielleicht Du.......